Vortrag: Der Holocaust im Comic

Die Initiative andersgleich präsentiert in Kooperation mit dem Café Qualtinger einen Vortrag der Kunsthistorikerin Mag. Daniela Kaufmann.

Donnerstag, 7. Juli
19.00 Uhr
Café Qualtinger
Kulturzentrum Kapfenberg, 2. Stock

Eintritt frei!

Der Holocaust im Comic

Der Holocaust im Comic

In den Debatten um die Darstellbarkeit der Vernichtung der europäischen Juden herrschte lange die Frage vor, ob Auschwitz dargestellt werden dürfe: Der Name Auschwitz ist bis heute ein Synonym für das Nicht-Darstellbare, dem nur Leere oder Schweigen gerecht werden könne. Dennoch gibt es zahlreiche Darstellungen von dem, was unter dem Namen Auschwitz für das historische Geschehen zusammengefasst wird: Zeugnisse, Dokumente, Zeichnungen, Filme, Fotografien, Theaterstücke, Romane, Gedichte, Kunstwerke, Denkmale, Comics.

Eindringlich diskutieren lässt sich diese Darstellbarkeit von Auschwitz an dem Comic MAUS. A Surviver’s Tale (MAUS. Die Geschichte eines Überlebenden) von Art Spiegelman, da er diese selbst reflektiert. Keine andere Bildgeschichte ist je so kontrovers beurteilt worden, vor allem auch da der Autor die JüdInnen als Mäuse und die Nazis als Katzen darstellt. Mit der autobiographischen Comic-Erzählung über seinen Vater Vladek, der „Mauschwitz“ überlebte, ist Spiegelman in das Innere des Holocaust, die Judendeportation und -vernichtung durch „Nazi-Deutschland“ eingedrungen, wie es in der Literatur nur Primo Levi (Ist das ein Mensch?, 1987), Jorge Semprun (Die große Reise, 1981) oder Imre Kertész (Roman eines Schicksallosen, 1999) gelungen ist. Die ehrlich-schockierende und zugleich künstlerisch zeitgemäße Darstellung des Holocaust in Comicform brachte Spiegelman 1992 den Sonderpulitzerpreis ein.

Wer fürchtet sich vorm weißen Mann?

Rechtsextremismus in der Jugendkultur. Neue Erscheinungsformen, Hintergründe, Symbole, Rechtsrock. Vortrag und Diskussion mit Alexander Mikusch, Jugendarbeiter, Graz.

Im Vortrag werden Hintergründe und aktuelle Erscheinungsformen des Rechtsextremismus gezeigt.

Rechtsrock, dies ist der Sammelbegriff für Musik mit rechtsextremen Inhalten und dem Zweck, Gewalt und Hass zu verbreiten, wird ganz bewusst eingesetzt um junge Menschen für rechtsextreme Zwecke anzuwerben. Die Bandbreite besteht hier von der Verbreitung von Vorurteilen bis zu Mordaufrufen. Als Feindbilder gelten dabei Migranten, Linke, Punks, Juden, Moslems.

Rechtsrock gilt als wichtigstes Medium um Jugendliche für rechtsextreme Anschauungen anzuwerben, er ebnet den Weg in die rechtsextreme Szene. Dabei gibt es mittlerweile in nahezu jedem Musikstil Vertreter internationaler und auch nationaler Bands.

Provokation ist dabei oft das Mittel zum Zweck. Jugendverantwortliche stoßen bei diesem Thema im Alltag oft an ihre Grenzen. Ausgehend von einer immer undurchschaubar werdenden Gesamtsituation wurde eine diesbezügliche Fachbroschüre erstellt. Diese ist eine neutrale Bestandsaufnahme und soll Orientierung zum Thema Rechtsrock geben. Weiters sollen Querverbindungen hergestellt und Zusammenhänge erkannt werden.

Mittwoch, 10. November 2010
19.00 Uhr
Café Qualtinger

Eine Veranstaltung der Initivative andersgleich in Kooperation mit Café Qualtinger.